Im klassischen Führungskräfte-Training gibt es viele Übungen. Persönlichkeitstests, Rollenspiele, Feedback-Runden, Selbstreflexion. Alle haben ihren Wert. Aber es gibt eine Übung, die in dreißig Minuten mehr verrät als drei Tage Seminarprogramm: einen Hund durch einen kleinen Parcours führen.

Was im Training selten gesagt wird

Führung wird oft kognitiv gelehrt. Wir lesen über Führungsstile, wir analysieren Modelle, wir üben Gesprächstechniken. Das ist nützlich und nicht zu unterschätzen. Aber Führung ist nicht primär eine Sache des Wissens – sie ist eine Sache der Verkörperung. Und genau hier wird es interessant.

Ein Hund interessiert sich nicht für Ihre Position. Er weiß nicht, dass Sie Abteilungsleiter sind. Er hat keinen Respekt vor Ihrer Anzahl Mitarbeitender oder Ihrem Budgetverantwortungsumfang. Was er sieht, ist: Wie stehen Sie da? Wie atmen Sie? Was sagt Ihre Körpersprache?

Hunde reagieren nicht auf Titel, sondern auf Präsenz.

Was bei einer einfachen Übung sichtbar wird

Eine Standard-Übung im hundgestützten Business Coaching geht so: Wir bauen mit ein paar Hütchen und Stangen einen kleinen Parcours. Die Aufgabe lautet, den Hund hindurchzuführen. Mit Leine, ohne Leine, manchmal mit zusätzlichen Hindernissen. Klingt banal. Ist es nicht.

Innerhalb von wenigen Minuten zeigt sich – ohne dass ich als Coach etwas sagen müsste:

  • Führen Sie klar oder zögerlich?
  • Geben Sie dem Hund Raum oder überkontrollieren Sie?
  • Reagieren Sie auf Unvorhergesehenes flexibel oder werden Sie ungeduldig?
  • Bleiben Sie bei sich, wenn der Hund eigene Ideen hat – oder beginnen Sie zu kämpfen?
  • Sind Ihre Signale kongruent, oder sagen Ihre Worte etwas anderes als Ihr Körper?

Das alles sind keine theoretischen Fragen. Sie zeigen sich – sofort und ungefiltert. Wenn Sie zögerlich führen, geht der Hund nicht. Wenn Sie überkontrollieren, blockiert er. Wenn Sie inkongruent kommunizieren, ist er verwirrt und sucht eigene Lösungen. Das ist nicht böser Wille des Hundes. Das ist ein Spiegel.

Der Übertrag in den Berufsalltag

Das Spannende ist, was nach der Übung im Gespräch passiert. Wir setzen uns hin, ich frage: „Was haben Sie über sich erfahren?" Und dann beginnen Klientinnen und Klienten zu erzählen. Sie sprechen über die Übung – aber sie sprechen über ihr Team. Über die Mitarbeiterin, der sie zu wenig Raum geben. Über das Projekt, in dem sie nicht klar genug Stellung beziehen. Über die schwelende Spannung, die sie eigentlich kennen, aber lieber übergehen.

Das ist der Moment, in dem aus einer Hundeübung systemisches Coaching wird. Die körperliche Erfahrung wird zum Anker. Sie lässt sich nicht mehr wegdiskutieren. Sie ist da.

Was Präsenz wirklich bedeutet

Im Berufskontext wird viel von „Präsenz" gesprochen, oft als Schlagwort. Tatsächlich ist Präsenz keine Eigenschaft – sie ist ein Zustand. Sie zeigt sich darin, dass Sie hier sind. Mit Ihrem Atem, mit Ihrer Aufmerksamkeit, mit Ihrer Klarheit. Und sie wird sofort spürbar – nicht nur für Hunde, auch für Menschen.

Eine Kollegin, mit der ich vor Jahren in einem Trainingszentrum in Berlin gearbeitet habe, hat das einmal so gesagt: „Wenn du den Raum betrittst, weiß ich innerhalb von zwei Sekunden, wie der Tag wird." Sie hatte recht. Mein Team wusste, wie ich gerade war – ob ich ankam oder nur körperlich anwesend war. Das ist Führung.

Was diese Arbeit nicht ist

Wichtig: Es geht nicht darum, einen perfekten Parcours zu meistern. Es geht auch nicht darum, dass jeder ein Hundefreund werden soll. Es geht darum, ein Feedback-Instrument zu nutzen, das ehrlicher ist als jeder Vorgesetzten-Talk und schneller wirkt als jeder 360-Grad-Bericht.

Und: Diese Arbeit braucht einen guten Therapiehund. Jim und Pepper sind dafür ausgebildet. Sie wissen, wann sie nachgeben sollten und wann sie eigene Klarheit zeigen müssen. Sie reagieren differenziert – nicht launisch. Das ist eine erlernte Qualität, kein Zufall.

Für Führungskräfte, die das interessiert

Sie können das ausprobieren, ohne sich verpflichten zu müssen. Ein 90-minütiges Einzelcoaching mit Jim oder Pepper genügt, um zu spüren, ob das Format etwas für Sie ist. Schreiben Sie mir einfach.

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Claudia Schmenger Systemischer Business Coach · Therapiehundeteam